Lunchtalk: Expert:innen aus der Wissenschaft finden

Beim gestrigen gemeinsamen Lunchtalk von Informationsdienst Wissenschaft (idw) und Science Media Center Germany (SMC) ging es um eine zentrale Frage journalistischer Arbeit: Wie finden wir schnell, verlässlich und thematisch passgenau wissenschaftliche Expert:innen? Ich durfte diese erste gemeinsame Online-Veranstaltung moderieren, eine dreistellige Zahl an Medienleuten hatte sich angemeldet.

Zentrale Erkenntnisse:

  • Prominenz ist nicht gleich Expertise: Medienpräsenz und Prominenz führen oft dazu, dass immer dieselben Stimmen als Interviewpartner oder Studiogast gehört werden – nicht zwingend die fachlich besten.
  • Gute Expertise erkennen: Entscheidend sind aktive Forschung, relevante Publikationen und Einbindung in den Fachdiskurs, nicht Bekanntheit.
  • SMC & idw als Recherchehilfe: Beide bieten strukturierte Zugänge zu geprüften Fachleuten und setzen auf wissenschaftliche Qualität. Ihre Angebote sind für Journalist:innen kostenlos (Akkreditierung notwendig).
  • KI als Unterstützung: KI kann Orientierung geben, ersetzt aber nicht die transparente Prüfung von Expertise.

Fazit: Qualitativ hochwertiger Journalismus braucht kuratierte Recherche-Tools und sorgfältige Expertiseprüfung, nicht nur schnelle KI-Prompts. Die Tools erleichtern die Arbeit, doch die Verantwortung für die Auswahl der Expert:innen bleibt bei den Journalist:innen.

Gesucht: die besten Pressemitteilungen des Jahres

Mit dem idw-Preis für Wissenschaftskommunikation zeichnet der Informationsdienst Wissenschaft die drei besten Pressemitteilungen des Jahres 2025 aus. In der Jury darf ich diesmal zusammenarbeiten mit Mike Zeitz, Redaktionsleiter des Bereichs Physical Sciences, Spektrum der Wissenschaft, Markus Weißkopf, Redakteur bei Table.Briefings im Bereich Forschungspolitik / Innovationspolitik, Korinna Hennig, Teamleitung Wissen NDR Info, und Helena Dietz, Pressesprecherin der Universität Konstanz und idw-Vorstandsmitglied.

Die Einreichungsfrist endet mit dieser Woche, die Preisverleihung wird am 12. März stattfinden – diesmal online, was ja zu einem Onlineportal wie dem idw gut passt.

Auf der größten Medientagung Deutschlands

Am 29.11. war ich für den Informationsdienst Wissenschaft auf dem Journalistentag des Deutschen Journalisten-Verbands. Der idw-Stand war gut besucht (Bild: Udo Geisler) – und die frisch gefertigten idw-Pralinen schon vor Veranstaltungsende restlos vergriffen. Das Interesse an der neuen idw-Expert:innendatenbank war groß, und so konnte ich nur wenige der Programmpunkte verfolgen:

Der permanente Krisenmodus ermüdet die Branche. Die Keynote von Thomas Knüwer dagegen lenkte den Blick auf die Chancen, die sich für etablierte Medien durch neue Formate eröffnen. Er beschrieb die Medienkrise auch als hausgemacht: Zu viele angstmachende Schlagzeilen hätten Medien zum Verstärker einer gesellschaftlichen „Überangst“ werden lassen. Viele Menschen wichen aktivem Medienkonsum inzwischen aus – oder wechselten zu ruhigeren Print- oder Podcast-Formaten. Medienhäuser sollten viel stärker mit erfolgreichen „Super-Influencern“ kooperieren, die mit unaufgeregtem, persönlichem Erzählen Vertrauen aufbauen und große Communities erreichen. Video-aufgezeichnete Podcasts könnten zudem ihren Weg in die Programme kleinerer TV-Sender finden.

Drastisch fiel die Diagnose eines Panels zur digitalen Souveränität Europas aus: US- und chinesische Tech-Giganten kontrollieren zentrale digitale Infrastrukturen – mit gravierenden Folgen für Wettbewerbsfähigkeit, Datensicherheit, Presse- und Meinungsfreiheit. Das Zeitfenster für Deutschland und die EU, digitale Souveränität durch Gesetzgebung und eigene technologische Infrastruktur zurückzugewinnen, sei klein, darum seien radikale Schritte erforderlich. Hoffnung machten einzelne privatwirtschaftliche Initiativen, erste Aktivitäten der öffentlich-rechtlichen Sender und Beispiele wie Schleswig-Holstein, das konsequent Microsoft-Produkte durch Open-Source-Lösungen ersetzt – ein möglicher Wegweiser auch für Medienhäuser.

Fortbildung: KI in der WissKomm

Künstliche Intelligenz verändert die Welt – die Kommunikation vielleicht noch etwas schneller als viele andere Bereiche. Ich habe gestern eine sehr erkenntnisreiche Fortbildung absolviert und freue mich, das neugewonnene Wissen anwenden zu können.

WissKomm-Branchentreffen in Hamburg

Drei spannende Tage in Hamburg: Die Jahrestagung des Bundesverbands Hochschulkommunikation ist immer ein Highlight im Wissenschaftskommunikations-Jahr. Diesmal: eine Rekord-Anmeldezahl von 700 Fachleuten und als überragendes Thema KI-Einsatz in der WissKomm. An der Begrüßung der Neumitglieder durfte wieder ich mitwirken.

Zu Besuch bei der größten Algensammlung der Welt

Zu Besuch im Keller der Universität Duisburg-Essen. Links Dr. Olga Matantseva, die Leiterin der Sammlung, rechts Prof. Dr. Bánk Beszteri, der wissenschaftliche Koordinator der Sammlung. Foto: Jochen Tack

Am heißesten Tag des Jahres im angenehm klimatisierten Keller: Nicht nur deswegen war der Besuch der größten Algensammlung der Welt eine willkommene Abwechslung vom Büro. Die wissenschaftliche Arbeit, die dort an der Universität Duisburg-Essen geleistet wird, stelle ich in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Metropole“ vor. Die Printausgabe liegt der ZEIT bei, die Online-Version findet sich hier. Im Heft gibt’s auch Fotos von den Algen.

In einem weiteren Beitrag des Magazins stelle ich das Westfälische Energieinstitut vor, das Wasserstoffnutzung auch für den Mittelstand ermöglichen will.

Tradition

Seit einem Vierteljahrhundert bin ich immer mal wieder im Auftrag des Regionalverbands Ruhr im Einsatz – schön, wenn eine Zusammenarbeit so lange Früchte trägt. Der Regionale Umweltbericht Ruhrgebiet 2025 analysiert anhand von rund 40 Indikatoren den Zustand der Umwelt in unserem Ballungsraum. Ich konnte meine redaktionelle Erfahrung beisteuern.

Online-Workshop: Qualität in der Wissenschaftskommunikation

Schon Tradition hat der Online-Workshop zu Qualitätskriterien von Pressemitteilungen, den wir vom Informationsdienst Wissenschaft zusammen mit der Redaktion von Spektrum der Wissenschaft anbieten. Auch bei der 6. Auflage gestern und heute war nicht nur bei uns Referent:innen die Stimmung gut: Spektrum-Redakteur Dr. Frank Schubert lud zur Schreibwerkstatt ein, sein Kollege, der Wissenschaftsblogger Lars Fischer, stellte Social-Media-Trends vor, meine Kollegin Dr. Svenja Niescken und ich moderierten und unser Kollege Frank Bartecki sorgte für den reibungslosen technischen Ablauf; zur Diskussionsrunde stieß noch Spektrum-Chefredakteur Dr. Daniel Lingenhöhl dazu. Die Teilnehmer:innen arbeiten in den Pressestellen von Hochschulen und anderen Wissenschaftseinrichtungen.

Preis für die besten Pressemitteilungen verliehen

Der Informationsdienst Wissenschaft hat gestern den Preis für die drei besten Pressemitteilungen des Vorjahres verliehen. Glückwunsch an die Pressestellen der Technischen Universität München, der Universität Tübingen und der Ruhr-Universität Bochum!

Im Bild die Preisträger:innen mit der Jury, deren Teil zu sein ich auch in diesem Jahr die Ehre hatte, in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (v. l. n. r.): die Jurymitglieder Anja Braun (SWR) und Mike Zeitz (Spektrum der Wissenschaft), die Preisträger:innen Meike Drießen (Ruhr-Uni, 3. Platz), Janna Eberhardt (Uni Tübingen, 2. Platz) und Moritz Müller (TU München, 1. Platz), die Jurymitglieder Norbert Robers (idw-Vorstandsmitglied) und Tim Schröder (freier Wissenschaftsjournalist). Bild: Judith Affolter

Workshop: ausgebucht

Am 13.-14. März feiert der Informationsdienst Wissenschaft (idw) sein 30-jähriges Bestehen in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften mit einer Arbeitstagung zu den Themen Evaluation, Social Media und multimediale Wissenschaftskommunikation.

Einer der Workshop bietet Input zum Thema Pressemitteilung an: „Pimp my PM – hin zum Multimedia-Paket“. Die Pressemitteilung bleibt ein wichtiges Instrument, um Berichterstattung anzustoßen. Heute genügt aber der reine Text einer Pressemitteilung nicht mehr, um sich in der Konkurrenz um Aufmerksamkeit durchzusetzen. In diesem Workshop sprechen wir darüber, auf welche Weise die Pressemitteilung zum Multimedia-Paket aufgewertet werden kann durch Fotos, Grafiken, Videos, Soundfiles, Verlinkung auf Original-Papers und Kontaktdaten von Fachleuten.

Der Workshop ist ausgebucht und ich habe die Freude, ihn zusammen mit Nicola Kuhrt (table media) und Mike Zeitz (Spektrum der Wissenschaft) zu organisieren.